Silberverwendung



Die Silberverwendung beschränkte sich über Jahrtausende auf den Einsatz in Schmuck, später Münzen und Tafelsilber. Seit einem halben Jahrhundert fragt die Industrie sehr stark Silber für medizinische, elektrische, elektronische, optische und chemische Verwendungszwecke nach. Diese industrielle Verwendung verbraucht im Jahr 2013 rund die Hälfte des weltweit geförderten Silbers.

Silberverwendung innerhalb des Geld- und Anlagesystems



Silbermünzen sind in etwa so alt wie Goldmünzen, existieren also nachweislich seit mindestens 2.500 Jahren. In dieser Form
Verwendung Silber
Die Verwendung von Silber beschränkt sich nicht nur auf Münzen
waren Silbermünzen wichtige Kurantmünzen (Umlaufmünzen), deren Wert in Silber gleichzeitig dem Zahlungswert entsprach. Das gibt es im 21. Jahrhundert nicht mehr, denn keine der (offiziell als Zahlungsmittel zugelassenen) Anlagemünzen trägt ein Nominal (aufgeprägten Nennwert), der auch nur annähernd dem enthaltenen Feinsilbergehalt entspricht. Gebunden sind solche Münzen immer an den aktuellen Silberkurs. Zur Veranschaulichung: Im Sommer 2013 kostet ein Wiener Philharmoniker mit dem Gewicht einer Feinunze Silber rund 19 bis 20 Euro, das aufgeprägte Nominal beträgt jedoch nur 1,50 Euro. Das lässt sich begründen, denn Silber war noch bis in die 1970er Jahre sogar billiger als 1,50 Euro pro Feinunze. Das bedeutet, Anlagemünzen aus Silber sind eine physische Wertanlage wie etwa Schmuck und durch die Mehrwertsteuerregelung sogar für Privatsammler wertvoller als Silberbarren. Innerhalb der Schmuckherstellung nimmt Silber traditionell die Doppelrolle eines besonders schönen und gleichzeitig werthaltigen Metalls ein, an dieser Rolle hat sich seit Jahrtausenden nichts geändert. Eine weitere Doppelrolle kommt dem Silber als Tafelsilber zu, wo es Gebrauchsgegenstand und Wertanlage gleichzeitig ist. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Silbers für Sportmedaillen, Zweitplatzierte erhalten eine Silbermedaille, doch auch die Goldmedaille besteht eigentlich aus vergoldetem Sterling Silber der Legierung 925/1000.

Industrielle Silberverwendung



Schon seit rund 200 Jahren werden Querflöten aus Silber hergestellt, das für einen warmen Ton sorgt, Streichersaiten gibt es etwa seit den 1980er Jahren mit Silberumspannung. Die Industrie entdeckte und verwertete die elektrische und thermische Leitfähigkeit von Silber ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für sich, die optischen Eigenschaften - also der höchste Reflexionsgrad aller Stoffe - wurde in der Spiegelherstellung schon vor Jahrhunderten verwertet. Die optischen Eigenschaften kommen heute in der Fotoindustrie, bei Christbaumschmuck, Spiegeln, Wärme- und Lichtreflektoren zum Einsatz. Die chemische Industrie nutzt Silber für Fotopapier, Kleber und Katalysatoren, die Elektrotechnik für Lotlegierungen, Leitmaterial auf Leiterplatten und in Relais, die Elektronik setzt diese Anwendungen im Mikrochipbereich fort. Auch die Raumfahrt nutzt Silber für optische, chemisch-physikalische und elektronische Anwendungen, eine große Bedeutung hat das Edelmetall zudem in der Medizintechnik. Silber ist antibakteriell, was die Silberverwendung für klinisch reine Schichtverbände (kolloidales Silber), als Nanosilber und Silberfaden nahelegt. Endoskopische Tuben sind silberbeschichtet, auch Kosmetika und Arzneimittel gegen Hautpilz und Schuppen enthalten Silber. Knochen können durch Silberplatten ersetzt werden. Diese Silberverwendungen befinden sich teilweise noch im Probestadium.